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Flöhe

 

In unseren Breitengraden werden Hunde und Katzen meistens in Wohnungen gehalten. Diese sind beheizt und mit zahlreichen Nischen ausgestattet, in denen sich Flöhe und ihre Nachkommen bei idealen Bedingungen halten und vermehren können (Teppichböden, Decken, Dielenspalten, Polstermöbel etc.).

Ein Flohweibchen beginnt ca. 48 Stunden nach der ersten Blutmahlzeit mit der Eiablage. Es legt dabei bis zu 50 Eier am Tag und etwa 2000 Eier in seiner gesamten Lebenszeit. Diese enorme Vermehrungsrate wird durch die geschilderten optimalen Bedingungen zusätzlich gefördert.
Der gesamte Lebenszyklus vom Ei bis zum neuen erwachsenen Floh kann innerhalb von 12 Tagen abgeschlossen sein, braucht aber im Durchschnitt drei bis vier Wochen.

Die erwachsenen Flöhe halten sich bevorzugt auf den Tieren auf, um dort Ihre „Blutmahlzeit“ zu sich zu nehmen, sich zu paaren und die Eier abzulegen.

Befallene Tiere haben nicht nur unter Juckreiz zu leiden, der durch die Flohstiche ausgelöst wird. Zusätzlich wird die juckende Haut wundgekratzt, und häufig entwickelt sich eine bakterielle Pyodermie. Befallene Tiere können darüber hinaus eine Flohspeichelallergie aufweisen. Außerdem dient der Floh als Zwischenwirt für einen Bandwurm und sorgt daher häufig für die Übertragung.

Nicht  selten werden auch die Tierhalter selbst gestochen, die dann unter juckenden und entzündlichen Hautstellen leiden.

 

Wichtige Regeln zur Flohkontrolle

 

-das Tier sollte regelmäßig auf Flöhe untersucht werden, damit sich nicht aus wenigen eingeschleppten Flöhen ein massives Problem entwickelt. Kämmen Sie das Tier mit einem feinen Kamm, so lassen sich in der Regel Reste von Flohkot aus dem Haarkleid auskämmen, die auf einem weißen Papier erkennbar werden und sich bei Anfeuchten mit Wasser rötlich färben.

-Eine medikamentöse Vorbeugung und Behandlung ist erforderlich: Zahlreiche Anwendungsmöglichkeiten gibt es auf  dem Markt, lassen Sie sich von uns in der Praxis beraten.

-Wiegen Sie Ihre Tiere, auch Ihre Katzen, um eine Überdosierung- oder Unterdosierung der Insektizide auszuschließen. Lassen Sie sich nicht auf Schätzungen ein!

-Es müssen immer alle Tiere eines Haushaltes behandelt werden, auch wenn Sie den Eindruck haben, nur eines Ihrer Tiere hätte ein Flohproblem!

-Besonders bei Tieren, die gegen Flohspeichel allergisch sind, ist ein sofortiger Wirkungseintritt der Präparate von Bedeutung.

Alle Insektizide können akute und chronische Vergiftungen bei Menschen und Tieren hervorrufen und sollten deshalb mit entsprechender Vorsicht gehandhabt werden.

Wenn Sie Fragen zu dieser Problematik haben sollten, wenden Sie sich an unser Team. Zusammen können wir schnell zum Erfolg kommen.

 

Zecken

 

Von März bis Oktober haben sie in Deutschland Saison - Zecken und ihre Entwicklungstadien. In Gräsern, Büschen und Sträuchern der Laub- und Mischwaldareale lauern sie auf eine Blutmahlzeit.

Ihre Opfer, Vögel, Säugetiere und den Menschen, schädigen sie nicht allein durch Blutentzug. Bis zu 20% dieser Parasiten sind mit dem Erreger der sogenannten Lyme-Borreliose infiziert, den sie beim Saugakt mit abgesondertem Speichel auf ihren Wirt übertragen.

An der Lyme-Borreliose, einer bakteriellen Infektion, können Menschen und Hunde erkranken. Gelenkentzündungen mit schmerzenden Gliedmaßen und Bewegungstörungen sowie zeitweiliges Fieber mit gestörtem Allgemeinbefinden kennzeichnen das Krankheitsbild. Bei Katzen sind die Krankheitsanzeichen noch wenig bekannt. Doch auch ihr Abwehrsystem muß sich mit dem Erreger auseinandersetzten. Dies zeigen Blutuntersuchungen, die auch zur Diagnose der Erkrankung durchgeführt werden. Die Behandlung erfolgt bei Mensch und Tier durch Antibiotika, die über mindestens 14 Tage verabreicht werden müssen.

Zur Verminderung des Infektionsrisikos sollten Hunde und Katzen nach jedem Freilauf gründlich abgesucht und von den drei bis vier Millimeter großen, schwarz oder braun gefärbten Zecken befreit werden. Haben die Blutsauger ihre Opfer erreicht, sind sie oft mehrere Stunden auf der Wirtsoberfläche unterwegs, um eine geeignete Ansaugstelle zu finden. Bevorzugt werden gefäßreiche, dünnhäutige Stellen an Kopf, Hals, Schulter und Achsel. Auch bereits in der Haut verankerte Zecken können noch erfolgreich an der Erregerübertragung gehindert werden. Die Speichelsekretion beginnt frühestens zwei Stunden nach dem Ansaugen. Mit einer speziellen Zeckenzange oder dem Zeckenhaken lassen sich die Insekten erfassen und unter sanftem Zug aus der Haut drehen. Keinesfalls sollte man sie zuvor mit Öl abtöten, den grade im Todeskampf setzen Zecken ihren möglicherweise infektiösen Speichel ab.

Neben der manuellen Zeckenabwehr kommen in der tierärztlichen Praxis speziell gegen Zecken gerichtete Wirkstoffe zur Anwendung. Diese Arzneimittelzubereitungen in Form von  sogenannten    Spot- ons können Haustiere in zeckenreichen Arealen wirksam schützen.

Wer mit seinem Hund eines der Mittelmeerländer, Norditalien, die Südschweiz oder Ungarn bereisen will, sollte die Zeckenbekämpfung ganz oben auf den Urlaubsplaner setzen. In diesen Ländern wird der Erreger der Babesiose durch Zecken übertragen. Im Mittelmeerraum ist zudem eine Doppelinfektion mit dem Erreger der Ehrlichiose möglich. In beiden Fällen handelt  es sich um Blutparasiten, die ein bis zwei Wochen nach der Übertragung Fieberschübe mit gestörtem Allgemeinbefinden, Blutarmut und Blutharn auslösen können. Im fortgeschrittenen Krankheitsstadium entsteht Blutarmut. Treten solche Krankheitszeichen nach einer Urlaubsreise auf, sollte der behandelnde Tierarzt auf den vorangegangen Auslandsaufenthalt aufmerksam gemacht werden.
 

 

Wurmbefall bei Hund und Katze

 

Hunde und Katzen aller Altersstufen können  von Magen- und Darmparasiten befallen sein.

Einen Wurmbefall kann man mit Ausnahme der großen Bandwürmer nur über die Untersuchung einer Kotprobe feststellen.

Im Hunde- oder Katzenkot kann man die mikroskopisch kleinen Eier der Spul- und Hakenwürmer nachweisen.  Beim Schmusen mit der Katze oder dem Ablecken durch den Hund kann ein Wurmei auf die Hand und dann versehentlich beim Mundabwischen in den Mund  und anschließend in den Darm gelangen. Die im Darm des betroffenen Menschen schlüpfenden Larven wandern über die Leber und den Blutkreislauf in die Lunge.  Alle Organe können bleibende Schäden davontragen.

Woher kommen die Würmer ?

 

Hunde und Katzen schlucken die infektiösen Eier, Wurmlarven oder Zwischenwirte (infizierte Mäuse, Vögel, u.a.) und schon beginnt der Kreislauf.

Auch wir Menschen können mit an unseren Schuhsohlen haftenden Spulwurmeiern Würmer an Tiere übertragen, die selbst gar nicht nach draußen gehen. Sie nehmen z.B. die abgefallenen Eier aus dem Teppich auf, wenn sie sich darauf wälzen und sich anschließend das Fell putzen.

Neugeborene Katzen- und Hundewelpen werden durch die Muttermilch mit Würmern infiziert, da es sog. ruhende Larven im Gesäuge der Muttertiere gibt.
 

Und wegen so`n paar kleinen Würmer soll man sich Sorgen machen ?

 
Ja, man soll! Denn, um sich zu ernähren, "stiehlt" der Parasit seinem Wirt Teile seiner Nahrung und entzieht diesem so wichtige Vitamine, Mineralien und Eiweiße. In vielen Fällen führt dies auch zu äußerlichen sichtbaren Veränderungen wie stumpfen Fell, Abmagerung, Mandelentzündung, Krankheitsanfälligkeit oder sogar zu Durchfall und Erbrechen.

Bei sehr starkem Befall können die infizierten Tiere die Würmer auch erbrechen. Da die Folgekrankheiten oft auch bleibende Schäden hinterlassen (z.B. in der Leber), verringert ein Befall mit Würmern die Lebenserwartung eines Tieres oft ganz erheblich.

Mit rechtzeitigem Eingreifen schützen Sie Hund und Katze vor schweren Krankheiten, die sich entwickeln, wenn die Abwehrkraft durch Wurmbefall geschwächt ist. Außerdem schützen Sie damit auch Ihre eigene Gesundheit.
 

Wie und wann soll man entwurmen ?

 

Wirksame Mittel gegen Band- , Spul- und Hakenwürmer sind immer verschreibungspflichtig. Man bekommt sie in jeder Tierarztpraxis. Verschreibungsfrei angebotene Pseudomedikamente (auch die aus der Apotheke) helfen nur dem Hersteller, töten aber keine Würmer.

z.B. Geriebene Möhren oder Knoblauchzehen schaden Würmern in keiner Weise, auch wenn dies immer wieder in zahlreichen Büchern behauptet wird.
 
In der Kartei Ihres Tieres wird jeweils vermerkt, mit welchem Mittel zuletzt entwurmt wurde, denn auch Würmer gewöhnen sich an Medikamente und werden "resistent". Deshalb geben wir  immer wieder andere Wurmkuren ab,  mal Tabletten, die über einen oder auch über mehrere Tage gegeben werden, mal eine Paste, mal eine Spritze von uns für Ihr Tier  - schließlich wollen wir die Würmer ja sicher abtöten! 

Manche Tiere lassen sich nicht so gerne Tabletten eingeben; wenn Sie Schwierigkeiten haben, sagen Sie es  bitte; gemeinsam finden wir sicher eine gute Lösung, damit Ihr Tier gesund bleibt.

Mit einer Wurmkur kann man NICHT vorbeugen, sondern immer nur erwachsene Würmer und bestimmte Larvenstadien  abtöten.

Gegen Würmer kann man auch nicht impfen!

Da sich ein Tier eigentlich täglich mit neuen Wurmeiern anstecken kann, ist das Hauptziel von Entwurmungen, den Wurmbefall in erträglichen Grenzen zu halten. Neugeborene Welpen erhalten ihre erste Entwurmung bereits nach einer Woche, dann im 1 - 3 wöchigen Abstand, bis sie etwa 9 Wochen alt sind. Neu zugekaufte Katzen- und Hundewelpen sollten 3 - 4 Tage nach der Ankunft im neuen Zuhause eine Wurmkur bekommen, der Streß der Umstellung aktiviert immer noch ein paar restliche Parasiten.

Im folgenden gesamten Leben des Tieres sollte ein 3 monatlicher Entwurmungs-Rhythmus oder eine Kotuntersuchung beibehalten werden. Die Termine trägt man in den von uns ausgehändigten Entwurmungspaß oder, wie auch den jährlichen Wiederhohlungs-Impftermin, gleich in den Kalender ein.

Würmer die man sehen kann ....

 

Das, was man mit bloßem Auge erkennen kann, sind Teile von Bandwürmern. Diese Würmer werden besonders von Flöhen, aber auch durch den Verzehr von Mäusen und Vögeln sowie rohem Fleisch übertragen. Von Flöhen übertragene Bandwürmer sind für den Menschen nur in Ausnahmefällen problematisch.
Der sogenannte Fuchsbandwurm hingegen ist für Menschen extrem gefährlich. Er wird hauptsächlich durch den Verzehr von ungewaschenen Wildbeeren übertragen. Hunde und Katzen können sich dann anstecken, wenn sie beim Waldspaziergang oder sonstigen Beutetouren Mäuse fressen. 

Solche "Mäusesammler und -Fresser" sowie alle Hunde und Katzen, die von Flöhen befallen sind, benötigen also bestimmte Bandwurmkuren bzw. kombinierte Wurmkuren.

Wurmkuren werden immer nach Gewicht verabreicht. Wenn also Ihr Tier nicht mit zu uns in die Praxis genommen werden soll, wiegen Sie es bitte zu Hause (mit dem Tier auf die Waage gehen und anschließend ohne das Tier noch mal wiegen.)

Fazit

1.Wurmkuren schützen die Gesundheit Ihres Tieres

2.Wurmkuren schützen Ihre eigene Gesundheit

3.Wurmkuren macht man mind. alle 3 Monate oder läßt eine Kotprobe untersuchen

4.Wurmkuren gibt es gegen Spulwürmer, gegen Bandwürmer und als kombinierte Medikamente

5.Welches Wurmmittel Sie am besten benutzen, sollten Sie ausschließlich in einer Tierarztpraxis erfragen, denn nur dort haben Sie wirklich kompetente Ansprechpartner

 

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Dr. Elke Fischer | tierarzt-fischeratonline.de