Mindestanforderungen an Hundeschulen !
Die Gestaltung von Welpenkreisen
·Je nach individueller Entwicklung der Welpen ist der Besuch einer Welpenspielgruppe ab der 8. bis 16. Lebenswoche zu empfehlen
·Der Welpe sollte genügend Zeit bekommen ,sich an seine neue Familie zu gewöhnen und erst dann eine Welpengruppe besuchen
·Mit dem Hundetrainer sollte schon vorher bei einem Besuch besprochen werden, wie und woran der Hund speziell sozialisiert werden soll (z.B. ein breites Spektrum an Menschen der unterschiedlichsten Erscheinungen und lärmende und/oder optisch auffällige Objekte des Alltags)
·Gerade Hundewelpen, die in der Prägezeit wenig oder gar nicht mit Menschen sozialisiert wurden, müssen besonders vorsichtig positive Kontakte ermöglicht bekommen. Der Trainer muss individuell auf solche Hunde eingehen
Impfung und Haftpflicht
·Der Hund sollte entsprechend seines Alters geimpft sein
·Der Hundehalter muss für seinen Hund haften, ggf. sollte der Besitzer eine Tierhaftpflichtversicherung abschließen
Anforderung an den/die Trainer
·Ein Hundetrainer sollte nicht mehr als fünf bis sechs Hunde in seiner Gruppe betreuen.
·Sie müssen über theoretisches Wissen und Praxis verfügen um u.a.
-den Welpen Gelegenheit geben ihre Konflikte untereinander zu klären und wenn nötig, korrekt einzugreifen
Für die Qualität der Trainer sollte in jedem Fall der Nachweis der Sachkunde gemäß der von der Tierärztlichen Arbeitsgemeinschaft Hundehaltung erarbeiteten Langfassung vorhanden sein.
Welpengruppen sollten nur von Trainern mit Erfahrung durchgeführt werden
(der Katalog für den Sachkundenachweis ist erhältlich im Internet: www.bundestieraerztekammer.de Rubrik Fachliches-Hundehaltung)
Zeit, Ort und Ausstattung der Hundeschule
·die Trainingseinheit sollte die Dauer von 60 Minuten nicht überschreiten, da die meisten Welpen sich nicht so lange konzentrieren können und es unnötigen Stress für die Tiere bedeutet (optimal wäre zweimal pro Woche je eine Stunde)
·ein gut eingezäunter Garten (Rasenfläche) und /oder ein großer Raum mit rutschfestem Boden ist ein optimaler Ort für eine Welpenspielgruppe. Steht nur ein Garten zur Verfügung, sollte aber ein Bereich überdacht sein, um vom Wetter unabhängig zu sein
·Es sollte ca. 30m2 Platz für fünf bis sechs Welpen und ihre Besitzer zur Verfügung stehen. Ist der Platz zu groß, können sich die einzelnen Welpen zu leicht zu lange zurückziehen
·Die Fläche sollte teilbar sein, um wenn nötig die Gruppen zu trennen und besser strukturieren zu können, z.B. wenn ein sehr junger oder kleiner Welpe in eine Gruppe etwas älterer Welpen kommen soll, die sich untereinander schon gut kennen. Der Neuzugang sollte dann für den Anfang zunächst separat mit einem der sanfteren Artgenossen der bestehenden Gruppe eingegliedert werden
·Die Fläche der Hundeschule sollte so strukturiert sein, das die Strukturen veränderbar und beweglich sind. Vorhanden sollten z.B. Tunnel, Brücke, Wippe, Teilstücke mit unterschiedlicher Bodenbeschaffenheit sein. Zusätzlich ist sinnvoll, wenn Flatterbänder oder Planen zum Aufhängen, Spielzeug wie Bälle oder Tampen, welches nicht leicht zu zerkauen ist, vorhanden ist
·Zur Ausstattung sollten ebenso Geräusch-CD/CD-Player und eventuell weitere Objekte, die Lärm machen gehören
·Es sollte die Möglichkeit bestehen, die Welpen mit Fahrrädern, Skateboards u.ä. vertraut zu machen, ebenso mit anderen Tieren wie Hühnern oder Kaninchen. Es sollten auch Ausflüge mit besonderen Situationen (Stadt, Straßenverkehr, Zoo etc.) angeboten werden
Drei Bereich die von einer Hundeschule/Welpenspielgruppe abgedeckt werden sollten
1.In den Gruppen von max. 6 Welpen, sollen die Hunde miteinander spielen, um so das Sozialverhalten zu lernen und mit ihren Artgenossen zu kommunizieren. Parallel lernen die Welpen die Kommunikation zu verschiedenen Menschen kennen, denn die Welpenbesitzer interagieren nicht nur mit ihrem eigenen Welpen. Ganz wichtige Bestandteile für den ersten Kurs sind: Angstfreie Annährung an andere Menschen, Nicht-Anspringen. Um Jagdproblemen vorzubeugen, sind andere Haustiere einzuführen.
2.Vom Hundetrainer sollte diesen „Spielen“ erklärend begleitet werden, die Hundebesitzer müssen über das hundliche Sozialverhalten und die hundliche Kommunikation aufgeklärt werden. Ebenso sollten die Trainer kontrollieren, dass die Welpen nicht immer nur einen Welpen mobben. Ältere Welpen sollten auch an Ausflügen teilnehmen, wie z.B. Straßenverkehr, Bahnsteif oder ähnliche Stresssituationen.
3.Spielerisch sollten die Welpen an Kommandos herangeführt werden. Realistisches Ziel nach Ende der Welpenschule ist, dass die Welpen die folgenden Kommandos kennen: Sitz, Platz, Hier/Komm, Aus/ Nein. Sie kennen ein Aufmerksamkeitskommando für den engeren Bereich um den Besitzer und können schon recht gut an der lockeren Leine laufen.
Ihr Hund und Sie als Besitzer sollten sich in der Hundeschule und mit dem Trainer wohlfühlen. Ihre Fragen sollten ernst genommen werden – denn schließlich vertrauen Sie dem Hundetrainer einen großen Teil der Erziehung Ihres Hundes an.
Bei weiteren Fragen und Verhaltensauffälligkeiten stehen wir Ihnen natürlich zur Verfügung.
Kastration der Hündin
Die Läufigkeit der Hündin bedeutet für das Tier wie für den Besitzer oftmals erhöhten Streß. Zusätzlich können Scheinträchtigkeit, Milchbildung und Gebährmuttervereiterungen auftreten. Daher stellt sich die Frage, ob die Hündin kastriert werden soll.
Folgende Aspekte sollten gegeneinander abgewogen werden:
Vorteile
- einmaliger Eingriff
- zuverlässige Ausschaltung der Sexualfunktion
- Gebärmuttervereiterungen, die bei nicht kastrierten Hündinnen im Laufe des Lebens auftreten können werden verhindert
- in Abhängigkeit von Kastrationszeitpunkt sinkt die Gefahr, Gesäugetumore auszubilden um bis zu 90%
Nachteile
- Incontinentiae urinae (Harnträufeln)
- häufigste und unangenehmste Kastrationsfolge
- meist nur im Schlaf, oft nur schwach und intermittierend
- besondere Gefährdung großrassiger Hunde (> 20 kg), eine Behandlung ist möglich
- Gewichtszunahme
- erhöhter Futterverzehr bei gleichzeitig besserer Futterverwertung.
- daher: limitiertes Futterangebot bei ausreichender Bewegung.
- Welpenfell
- bei langhaarigen Hunden mit glänzendem Deckhaar (besonders Spaniels, Langhaardackel, Irish Setter) übermäßiges Wachstum des Wollhaares möglich
- Alopezie (Haarausfall)
- symmetrische Alopezien in der Flankengegend (selten)
Wann sollte kastriert werden?
Möglichst nach der 1. Läufigkeit, da nur dann das Risiko für die Entstehung von Mammatumoren um bis zu 90% sinkt. Nicht während der Läufigkeit, da die Blutungstendenz erhöht ist.
Läufigkeitsverschiebung oder Kastration?
Die Läufigkeitsverschiebung durch Hormonspritze sollte nur dann vorgenommen werden, wenn man nicht sicher ist, ob man nicht doch einmal einen Wurf haben möchte oder nur ausnahmsweise die Läufigkeit verschoben werden soll. Eine Kastration ist irreversibel. Die Läufigkeitsverschiebung scheint auf den ersten Blick billiger als die Kastration, doch wenn man alle Behandlungen summiert, stimmt dies nicht. Diese Methode bietet keinerlei Vorteil bei der Krebsvorsorge. Die Hündinnen können weiterhin an einer Gebärmutterentzündung oder Scheinschwangerschaft erkranken. Zum Teil sind die Risiken einer Gebärmuttervereiterung sogar erhöht.
Sterilisation oder Kastration?
Eine Kastration bedeutet grundsätzlich die Entfernung der Keimdrüsen (Eierstock), während die Sterilisation lediglich aus der Unterbindung der Eileiter besteht. Durch eine Sterilisation wird nur eine Befruchtung der Eizelle verhindert, Läufigkeiten bleiben jedoch weiterhin mit all ihren Folgen bestehen.