Wurmbefall bei Hund und Katze

Wurmbefall bei Hund und Katze

Hunde und Katzen aller Altersstufen können von Magen- und Darmparasiten befallen sein.
Einen Wurmbefall kann man mit Ausnahme der großen Bandwürmer nur über die Untersuchung einer Kotprobe feststellen.

Wurmbefall bei Hund und Katze

Im Hunde- oder Katzenkot kann man die mikroskopisch kleinen Eier der Spul- und Hakenwürmer nachweisen.  Beim Schmusen mit der Katze oder dem Ablecken durch den Hund kann ein Wurmei auf die Hand und dann versehentlich beim Mundabwischen in den Mund  und anschließend in den Darm gelangen. Die im Darm des betroffenen Menschen schlüpfenden Larven wandern über die Leber und den Blutkreislauf in die Lunge.  Alle Organe können bleibende Schäden davontragen.

Wie und wann soll man entwurmen ?

Wirksame Mittel gegen Band- , Spul- und Hakenwürmer sind immer verschreibungspflichtig. Man bekommt sie in jeder Tierarztpraxis. Verschreibungsfrei angebotene Pseudomedikamente (auch die aus der Apotheke) helfen nur dem Hersteller, töten aber keine Würmer.z.B. Geriebene Möhren oder Knoblauchzehen schaden Würmern in keiner Weise, auch wenn dies immer wieder in zahlreichen Büchern behauptet wird.

In der Kartei Ihres Tieres wird jeweils vermerkt, mit welchem Mittel zuletzt entwurmt wurde, denn auch Würmer gewöhnen sich an Medikamente und werden „resistent“. Deshalb geben wir  immer wieder andere Wurmkuren ab,  mal Tabletten, die über einen oder auch über mehrere Tage gegeben werden, mal eine Paste, mal ein Spot on von uns für Ihr Tier  – schließlich wollen wir die Würmer ja sicher abtöten!

Manche Tiere lassen sich nicht so gerne Tabletten eingeben, dann sind Spot ons, die auf die Haut im Nacken aufgetragen werden, meistens die beste Lösung. Seit neuestem gibt es Wurmkuren auch in Kombination mit einer Zecken- und Flohbehandlung, für Katzen als Spot on, für Hunde als Kautabletten.

Mit einer Wurmkur kann man NICHT vorbeugen, sondern immer nur erwachsene Würmer und bestimmte Larvenstadien  abtöten.

Gegen Würmer kann man auch nicht impfen!

Da sich ein Tier eigentlich täglich mit neuen Wurmeiern anstecken kann, ist das Hauptziel von Entwurmungen, den Wurmbefall in erträglichen Grenzen zu halten. Neugeborene Welpen erhalten ihre erste Entwurmung bereits nach einer Woche, dann im 1 – 3 wöchigen Abstand, bis sie etwa 9 Wochen alt sind. Neu zugekaufte Katzen- und Hundewelpen sollten 3 – 4 Tage nach der Ankunft im neuen Zuhause eine Wurmkur bekommen, der Streß der Umstellung aktiviert immer noch ein paar restliche Parasiten.

Im folgenden gesamten Leben des Tieres sollte ein 3 monatlicher Entwurmungs-Rhythmus oder eine Kotuntersuchung beibehalten werden. Die Termine trägt man in den von uns ausgehändigten Entwurmungspaß oder, wie auch den jährlichen Wiederhohlungs-Impftermin, gleich in den Kalender ein.

Woher kommen die Würmer ?

Hunde und Katzen schlucken die infektiösen Eier, Wurmlarven oder Zwischenwirte (infizierte Mäuse, Vögel, u.a.) und schon beginnt der Kreislauf.Auch wir Menschen können mit an unseren Schuhsohlen haftenden Spulwurmeiern Würmer an Tiere übertragen, die selbst gar nicht nach draußen gehen. Sie nehmen z.B. die abgefallenen Eier aus dem Teppich auf, wenn sie sich darauf wälzen und sich anschließend das Fell putzen.

Neugeborene Katzen- und Hundewelpen werden durch die Muttermilch mit Würmern infiziert, da es sog. ruhende Larven im Gesäuge der Muttertiere gibt.

Und wegen so`n paar kleinen Würmer soll man sich Sorgen machen ?
Ja, man soll! Denn, um sich zu ernähren, „stiehlt“ der Parasit seinem Wirt Teile seiner Nahrung und entzieht diesem so wichtige Vitamine, Mineralien und Eiweiße. In vielen Fällen führt dies auch zu äußerlichen sichtbaren Veränderungen wie stumpfen Fell, Abmagerung, Mandelentzündung, Krankheitsanfälligkeit oder sogar zu Durchfall und Erbrechen.

Bei sehr starkem Befall können die infizierten Tiere die Würmer auch erbrechen. Da die Folgekrankheiten oft auch bleibende Schäden hinterlassen (z.B. in der Leber), verringert ein Befall mit Würmern die Lebenserwartung eines Tieres oft ganz erheblich.

Mit rechtzeitigem Eingreifen schützen Sie Hund und Katze vor schweren Krankheiten, die sich entwickeln, wenn die Abwehrkraft durch Wurmbefall geschwächt ist. Außerdem schützen Sie damit auch Ihre eigene Gesundheit.

Würmer die man sehen kann …

Das, was man mit bloßem Auge erkennen kann, sind Teile von Bandwürmern. Diese Würmer werden besonders von Flöhen, aber auch durch den Verzehr von Mäusen und Vögeln sowie rohem Fleisch übertragen. Von Flöhen übertragene Bandwürmer sind für den Menschen nur in Ausnahmefällen problematisch.
Der sogenannte Fuchsbandwurm hingegen ist für Menschen extrem gefährlich. Er wird hauptsächlich durch den Verzehr von ungewaschenen Wildbeeren übertragen. Hunde und Katzen können sich dann anstecken, wenn sie beim Waldspaziergang oder sonstigen Beutetouren Mäuse fressen.Solche „Mäusesammler und -Fresser“ sowie alle Hunde und Katzen, die von Flöhen befallen sind, benötigen also bestimmte Bandwurmkuren bzw. kombinierte Wurmkuren.Wurmkuren werden immer nach Gewicht verabreicht. Wenn also Ihr Tier nicht mit zu uns in die Praxis genommen werden soll, wiegen Sie es bitte zu Hause (mit dem Tier auf die Waage gehen und anschließend ohne das Tier noch mal wiegen.)

Fazit

1.Wurmkuren schützen die Gesundheit Ihres Tieres
2.Wurmkuren schützen Ihre eigene Gesundheit
3.Wurmkuren macht man mind. alle 3 Monate oder läßt eine Kotprobe untersuchen
4.Wurmkuren gibt es gegen Spulwürmer, gegen Bandwürmer und als kombinierte Medikamente
5.Welches Wurmmittel Sie am besten benutzen, sollten Sie ausschließlich in einer Tierarztpraxis erfragen, denn nur dort haben Sie wirklich kompetente Ansprechpartner.
Wenn Sie noch weitergehende Informationen wünschen, finden Sie sie hier bei ESCCAP.
Anleitungen zur Arzneimitteleingabe finden Sie für Hund und Katze bei Youtube